Steinkreise tauchten in Pommern etwa in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. auf, zusammen mit Stämmen aus Südskandinavien, den Goten und später den Gepiden. Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. und zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. verließen die Goten die Insel Skandia und landeten – laut dem römischen Historiker Jordanes – nach der Überquerung der Ostsee in der Region Mittelpommern, wo sie Gothiskandia gründeten. Die meisten Quellen zu ihrem Aufenthalt in Pommern liefern uns archäologische Untersuchungen von birituellen Friedhöfen, d. h. solchen, auf denen Brand- und Skelettbestattungen nebeneinander vorkommen. Die präsentierte Ausstellung umfasst hauptsächlich Fundstücke aus der Wyborsk-Kultur, die mit den Goten in Pommern in Verbindung gebracht wird, aus den Sammlungen des Museums in Koszalin. Dazu gehören die für die Kleidung der Goten charakteristischen Fibeln sowie Schnallen, Auflagen und Endbeschläge von Gürteln. Zu den Exponaten gehören unter anderem auch Armbänder, birnen- und kugelförmige Anhänger sowie Glas- und Bernsteinperlen. Dort kann man auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs bewundern: Nadeln, Spinnwirtel, Kämme oder Tongefäße. Sie stammen größtenteils aus Grabstätten der Wielbark-Kultur, die auch im Gebiet des mittleren Odergebiets vorkommt. Besonders interessant ist, dass dieses Volk, das als blutrünstig und barbarisch gilt, seinen Toten keinerlei Waffen beilegte, was für andere archäologische Kulturen dieser Zeit sehr typisch war. Ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind auch Rekonstruktionen von Objekten, die für gotische Grabstätten charakteristisch sind: ein Hügelgrab, ein Steinkreis und ein Brandhaufen. Ergänzt wird sie durch reichhaltiges, sehr anschauliches Bildmaterial, das im Zuge der Erforschung solcher Objekte in Pommern zusammengestellt wurde. Abgerundet wird die Ausstellung durch die Geschichte der Expedition, der Kämpfe, des Todes und der Bestattung des Häuptlings Filimer, des Sohnes von Gadriag, einer Figur, die aus dem Werk „Getica“ bekannt ist.